„Na ja, es handelt von mir. Buchhagen kommt natürlich vor. Und der Himmel über Buchhagen. Und das Gut. Und die Karolinger. Und unser Haus. Aber auch unsere vereiste Nationalgeschichte, unsere Gedankenverbrechen, unsere Kulturkämpfe. Insgesamt ist es ziemlich persönlich. Und ziemlich theoretisch. Aber es ist okay. Ich spiele Null Ouvert, wenn dir das was sagt. Ich lege meine Karten offen auf den Tisch.“
Einerseits weiß Zero ganz genau, wer er ist. »Ich bin 1 Mann und 1 Deutscher und 1 Weißer und 1 Möchtegernmusiker und 1 alter Sack und so weiter«, schreibt er seinen Freunden. Andererseits erkennt er sich nicht wieder in den gängigen Identitätsklischees. Er sei keine Nummer, ob groß oder klein, sondern die Null, die sich ins Unendliche stürzen will. Aber was ist das, Infinity? Der Liebe Gott? Die verlorene Zeit? Das wahre Leben? Oder eine sternenferne Geliebte? Gudrun fällt ihm ein, die nach Kalifornien entschwundene Gespielin aus frühester Kindheit. Und Nadja, Bella, Ruth … Zeros Aufzeichnungen über seine Lebensfrauen sind Teil eines allumfassenden Versuchs über die Polarität. Auch an diesem Abend sitzt er wieder sinnierend vor dem Rechner, bis ihn das plötzliche Verlangen nach einem Joint aus dem Haus treibt. Auf der Party nebenan ist von einem totalitären Weltrettungsplan die Rede. »Lasst euch von klugen Maschinen perfektionieren«, fordert jemand. In Zeros Ohren klingt es wie: »Lasst euch von ihnen fertig machen«. Angeekelt wendet er sich ab und verliert sich in der Münchner Sternennacht. In seinem Heimatdorf, wo er sich wiederfindet, trifft er auf Gudrun und lernt Martha kennen, mit der er sich auf ein spätes Bier verabredet. Doch über dem Joint, den er schließlich raucht, verpasst er das Rendezvous seines Lebens. Im Rausch schaut er am Ende in den Spiegel des Unendlichen, den er in sich selbst trägt. Er kehrt heim, zurück zu Infinity.
Taschenbuch, 396 Seiten
16,99 Euro
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