Eine Antwort auf den Artikel »Die Rückkehr der Menschenfeindlichkeit« des Sozialpsychologen Harald Welzer, erschienen in der ZEIT vom 30. Mai 2018: Zunächst eine wichtige Mitteilung: Ich betrachte Harald Welzer als einen Bruder im Geiste. Mit seiner Kritik des Digitalismus (»Die smarte Diktatur«, 2016) hat er mir aus der Seele gesprochen.… mehr
„Vierundzwandzig Philosophen waren einmal versammelt. Dabei blieb ihnen nur eine Frage offen: Was ist Gott?“ So unumwunden auf die zentrale Frage zielend, wie das mittelalterliche Buch der vierundzwanzig Philosophen beginnt, so schnörkellos sind auch die Antworten, die es gibt. Die erste lautet: „Gott ist die Monade, die eine Monade erzeugt… mehr
Für den Architekten Ludwig Mies van der Rohe war es nicht der Teufel, der im Detail steckt, sondern Gott. Aber wie dem auch sei, es läuft auf das Gleiche hinaus. Gemeint ist eben, dass es aufs Detail ankommt, wenn es ums Ganze geht. Denn das Ganze besteht in jedem seiner… mehr
Es wird kurz vor den US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen gewesen sein. Die Tagesthemen bringen eine Reportage über den rust belt, die kriselnde Industrieregion im Nordosten der Vereinigten Staaten. Sie zeigen marode Fabrikgebäude, traurige Straßen, schließlich einen ehemaligen Bergmann. Er steht, die Hände in den Taschen, in der bröckelnden Kulisse und spricht von… mehr
Die elektronische Tanzmusik der 1990er Jahre heißt nicht von ungefähr Techno. Das Etikett zeigt an, dass Technologie bei der Erzeugung der Musik eine wesentliche Rolle spielt; außerdem ist der Name Ausdruck einer klangästhetischen Präferenz: Techno klingt technoid. Aber noch aus einem weiteren Grund ist die Bezeichnung treffend. Techno ist technisch… mehr
Techniker sind Realisten und Praktiker, aber sie sind nicht die Realisten und Praktiker schlechthin, als die sie sich oft ausgeben und von ihren Bewunderern wahrgenommen werden. Techniker sind Realisten und Praktiker besonderer Art. Als Realisten sehen sie die Welt, wie sie ist, aber nicht vornehmlich, um ihre Wunder zu bestaunen… mehr
Es ist evident, dass die Praxis durch den technologischen Zugriff laufend revolutioniert wird. Mitte des 18. Jahrhunderts setzt jener permanente Wandel der Verhältnisse ein, der das an die Macht strebende Bürgertum zugleich begeistert und bestürzt und den es, um beim Vorwärtsstürmen nicht zu verzweifeln, umgehend als natürlichen Gang der Dinge hinstellt. Handgriffe fallen… mehr
Aus technikgeschichtlicher Sicht markiert der Erste Weltkrieg den Beginn eines Goldenen Zeitalters. Bereits in den Vorgängerkonflikten hatte sich die Technik zu einem kriegsentscheidenden Faktor entwickelt, aber 1914 brach sich etwas qualitativ Neues Bahn. Wahrscheinlich war der Erste Weltkrieg der erste technologische Krieg der Weltgeschichte. Indem sie sich ganz auf Funktionszusammenhänge konzentrierten, entwickelten… mehr
Da noch zwei Bände von Ice and Fire ausstehen, wissen wir nicht genau, wie George R. R. Martin seine Welt von den Anderen befreien wird. Aber wir ahnen es, denn natürlich hat der Erzähler die helfenden Mächte und heilenden Kräfte längst in Position gebracht. Neuartige Waffen (aus Obsidian) werden bei der Bekämpfung… mehr
Da das Subjekt auf die durch den technischen Fortschritt immer wieder aufs Neue herbeigeführte Weltfremdheit nicht anders reagieren kann als mit der Erzeugung subjektivistischer Blasen, sieht sich jede Generation seit Beginn der Moderne vor das Problem der seelischen Entsorgung gestellt. Die immer aktuelle, niemals in befriedigender Weise zu beantwortende Frage… mehr